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Von: Markus Drews

24.11.08

Berichte zum World Usability Day & InfoCamp Berlin, 2008

In der letzten Woche haben gleich zwei Konferenzen in angenehm lockerer Atmosphäre stattgefunden: der World Usability Day und das InfoCamp.  Auf dem InfoCamp haben sich Informationsarchitekten zum gemeinsamen Austausch getroffen, organisiert von Jan Jursa und Sabine Stoessel, die auch regelmäßig die IA Cocktail Hour initiieren. Stefan Freimark hat einen sehr schönen Bericht über das InfoCamp geschrieben, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.

Etwas größer und nicht ausschließlich mit Fachpublikum präsentierte sich der World Usability Day, der jährlich am 13. November zeitgleich in mehreren Städten stattfindet. Die Keynote der lokalen Veranstaltung in Berlin wurde von Aaron Day gehalten. Aaron stellte auf unterhaltsame Weise seine Vision einer mobilen Welt vor.

Sehr spannend war der Vortrag von Klaus Cloppenburg, der berichtete, wie seine Agentur das Thema Joy of Use auf die Markenkommunikation überträgt.

Als Produktkonfigurator- und Mass-Customization-Fan hat mich der Vortrag von Steffen Hück besonders angesprochen. Die HYVE AG kombiniert ebenfalls ein bekanntes Feld, nämlich Customer Co-Creation, mit neuen Anwendungsmöglichkeiten auf Web-2.0-Angeboten. Leider hat er keine Beispiele gezeigt, die mich vom Erfolg dieser Vorgehensweise überzeugen konnten. Fairerweise muss man aber sagen, dass es derzeit noch bei den produzierenden Unternehmen stockt, die sich noch nicht so recht trauen, ihre Käufer und Nutzern mitkreieren zu lassen.

Für Statistik-Freaks war die Präsentation von Jürgen Kiefer interessant. Die Berliner Usability-Beratung eye square hat eine sehr aufwändige und ausführliche Studie zum Surf-Verhalten auf nationalen und internationalen Websites durchgeführt. Die Ergebnisse überraschten wenig, erwähnenswert ist aber die Methode: sämtliches (private) Surfen aller Probanden wurde komplett über den sogenannten i2 Server von eye square geleitet und dort über mehrere Wochen hinweg protokolliert. Dementsprechend reichhaltig war die Masse an präsentierten Fakten.

Ein Beitrag widmete sich der Themenstellung: Nutzerfeedback im Designprozess. Zu User-centered Design gehört, dass im gesamten Projektverlauf immer wieder Feedback vom Nutzer zu den gestalteten Entwürfen eingeholt wird. Ein Problem dabei: Interviewtermine lassen sich meist nicht spontan, sondern mit 1-2 Wochen Vorlauf vereinbaren. Es lässt sich aber schlecht auf den Tag genau planen, welche Funktionalitäten und Screens die Designer bis dahin fertig haben. Oft brauchen Designer auch spontan Feedback zu einer Idee, um zu wissen, ob sie in diese Richtung weiter arbeiten können. Der Beitrag endete mit einer Diskussionsrunde mit dem Auditorium an, in der Erfahrungsberichte und Lösungsvorschläge ausgetauscht wurden.

Steffi Hußlein von der Hochschule Anhalt hat über Design Patterns in Zusammenhang mit menschlichem Verhalten referiert. Das Themenfeld ist komplex und auch deshalb enorm spannend. Da ich Steffi aus meiner Zeit an der Fachhochschule Potsdam kenne, wage ich zu behaupten, dass sie führend in der Forschung auf diesem Gebiet ist.

Der WUD in Berlin war großartig organisiert und die Stimmung sehr angenehm. Einige weitere Vorträge habe ich leider nicht hören können, ebenso konnte ich nicht mehr an einem der vielversprechenden Workshops teilnehmen. Wie immer auf wachsenden Konferenzen schafft man es leider nicht, an allen Orten gleichzeitig zu sein. Ich freue mich auf’s nächste Jahr.

Kategorie: Interaction Design, Date/Events, Usability