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12.08.08

"Changing The Change" (Konferenz/ Turin)

"We cannot not change the world!" Aber wir können gestalten wie sie sich verändert. Und genau dieses "wie" stand vom 10. bis zum 12. Juli in Turin zur Diskussion.
"Designer haben in den letzten hundert Jahren ein gros der Produkte entworfen, die uns heute die Luft zum Atmen nehmen" ist einer der Gründe wieso sich die Konferenz mit diesem Thema an die Branche der Designer gewannt hat. "Designer erschaffen Lösungen statt Erklärungen" ist ein Grund, der Hoffnung gibt, dass sie damit richtig lag. In einer Zeit in der soziale Dilemmas und klimatische Veränderungen nicht mehr zu leugnen sind, bleibt nun zu fordern, dass die Innovativen jetzt Produkte und Prozesse entwerfen die sich vor Allem in einer Eigenschaft gleichen: Nachhaltigkeit.

Zur Ergründung der Wege und Methoden hierfür kamen praktizierende und lehrende Gestalter aus allen Kontinenten in Turin zusammen. Sehr positiv fiel dabei der hohe Anteil an nicht europäischen Teilnehmern auf, im Besonderen aus Südafrika, Brasilien, Indien, Korea, China und Australien. Um der Forderung einer dringend nötigen Gemeinschaft nachzukommen, teilte sich die Konferenz nicht in die üblichen Keynote und Panel Sessions sondern präsentierte Forschungsergebnisse in sechs parallel laufenden Modulen: Ways of Living, Ways of Producing, Daily Life Solutions, Enabeling Systems, Design Theories und Design Methods. Für konferenzweite Diskussionen wurde dieser Programmablauf täglich durch Diskussionsrunden mit geladenen Sprechern ergänzt; darunter so illustre Gäste wie IDEO Gründer Bill Moggridge oder Philips Research-Chefin Josephine Green.

In der Vorstellung verschiedener Design-Projekte, viele davon in Schwellen- und Drittewelt-Ländern, wurden eine Vielzahl zukunftsträchtiger Ansätze gezeigt, von sozial-ökonomischen Konstrukten aus England bis zu partizipatorischen Gestaltungsansätzen aus Australien.

Ein besonderer Schwerpunkt der Konferenz lag auf dem Gedanken der Vernetzung zur Bündelung der Kräfte und des Einflusses. Neben den schon etablierten Design-Netzwerken wie Cumulus nahm Designers Accord (www.designersaccord.org) hier einen besonderen Stellenwert ein. Ende 2007 von Valerie Casey gegründet, versteht sich Designers Accord als Globales Netzwerk um die Idee von Sustainable Design in alle Bereiche moderner Geschäftspraxis zu tragen. Unterstützung hierfür liefern Partner wie IDSA, die Amerikanische Vereinigung der Industriedesigner, die University of Art and Design Helsinki oder das Softwareunternehmen Autodesk.

Am Samstagnachmittag wurden schließlich in sechs verschiedenen Workshops Schlüsse, Forderungen und neue Richtungen für die Design-Forschung erarbeitet und festgehalten. Als Manifest für Sustainability im Design, wie Ezio Manzini (www.sustainable-everyday.net/manzini/), Initiator der Konferenz, es nannte, wurden diese Ergebnisse in der Abschlussveranstaltung den versammelten Teilnehmern vorgestellt.

Bleibt zu hoffen, dass die Stadt Turin in naher Zukunft nun noch für etwas anderes steht als italienische Kleinwagen.

Weitere Informationen zur Konferenz sind auch unter www.form.de zu finden, dem Online-Auftritt der Zeitschrift Form.

Design Konferenz vom 10. bis zum 12.7.2008, Turin

Kategorie: Interaction Design, Design Forschung