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Von: Joel Kaczmarek

30.04.08

Teil 3: DLI-Anwendung im akademischen Umfeld

Dieser Tage  startet das zweite Semester von Potsdams „School of Design Thinking“, die auch als „D-School“ deutschlandweit bekannt wurde. D-LABS, das im ersten Semester diese für Deutschland einzigartige Ausbildung mit zwei erfahrenen Dozenten unterstützte, möchte daher die Gelegenheit nutzen und Bilanz ziehen. Wie bewährt sich der Design-Led Innovation Approach im akademischen Umfeld und wo liegen Unterschiede zur Wirtschaftspraxis?

Der DLI birgt durch seinen „frischen“ Blick von außen den Vorteil, Problemstellungen schnell zu erkennen und atypische, kreative Lösungsansätze entstehen zu lassen. Die Freiheit dieser Prozedur von wirtschaftlichen oder politischen Vorgaben sowie die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen erlaubt es, ein weites Spektrum an Forschungsthemen und Projekten zu bearbeiten. Damit dies in Zukunft auch weiterhin gelingen kann, wäre eine einheitliche Nomenklatur für die unterschiedlichen Prozessphasen ein wichtiger nächster Schritt. Vor allem aber gilt es, die Auseinandersetzung mit dem Ansatz im akademischen sowie wirtschaftlichen Umfeld weiter auszubauen.

Ein wesentlicher Baustein des DLI ist seine interdisziplinäre Team-Struktur. Auch in der universitären Praxis hat sich gezeigt, dass dies zu sehr fruchtbaren Ergebnissen führt. Allerdings sind Dokumentation, Koordination und Kommunikation innerhalb der Gruppen wichtige Aspekte, die weiterer Thematisierung bedürfen. Welche Teamzusammenstellungen sind für welche Projekttypen optimal? Wie lassen sich Reibungsverluste bei der Projektarbeit vermeiden? Und wie kann der Prozess mit seinen Ergebnissen möglichst optimal festgehalten werden? Um solche und andere Fragen beantworten zu können, wäre es erstrebenswert, die Lehrstruktur so anzupassen, dass die Studierenden noch effektiver Prozess-Kompetenz erlernen können. Praktisch könnte dies in Form von Forschungskolloquien und entsprechenden Promotionsarbeiten mit Schwerpunkt auf den Bereichen Prozessforschung, Dokumentation und Informationsfluss sowie interdisziplinäre Kommunikation erfolgen. Dies würde die gezielte Weiterentwicklung des Prozesses ermöglichen und Partnerschaften zwischen Industrie und akademischen Umfeld befördern.

Kategorie: Interaction Design, D-Networking