13.08.08 11:05
Sustainable Design - Beispiel Energiesparen
Viele aktuelle Beispiele zeigen, dass insbesondere bei der Gestaltung interaktiver Produkte das Thema Design for Sustainability eine wichtiges Kriterium sein kann. Ein Beispiel sind interaktive Systeme zur Förderungen des Energiesparens: sei es ein Informationssystem im Auto, das Feedback über die Umweltverträglichkeit des eigenen Fahrstils gibt, oder eine Anzeige im eigenen Haus oder Wohnung, dass die eigene Energienutzung visualisiert.
In der Ausgave 04/08 des Magazins interactions diskutieren James Pierce und David Roedl von der Sustainable Interaction Design Group an der Indiana University verschiedene Produkte die Energiesparen im Haushalt unterstützen sollen. Ein einfaches Beispiel ist der EcoEye Home Energy Monitor. Dieser erfasst über einen Sensor, der am Stromzähler angebracht ist, den Stromverbrauch und kann diesbezüglich Information über eine drahtlose Verbindung an prominenten Orten im Wohnraum zur Verfügung stellen. Der EcoEye bietet verschiedene numerische Darstellungsformen (Kosten, Stromeinheiten, …), allerdings keine grafische Aufbereitung der Informationen. Dagegen hat der Waatson Home Energy Monitor zusätzlich zu einer numerischen Form des Feedbacks ein „Mood light“, das durch unterschiedliche Farben und Pulsierungen eine ambienten Lichts einen Hinweis auf den Verbrauch von Energie gibt.
Dass interaktive Systeme zum Energiesparen auch in Europa ein Thema sind, zeigte ein Projekt an der School of Design Thinking, die hier bei uns nebenan am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam angesiedelt ist. Gemeinsam mit ihren Projektpartnern Vattenfall Europe und Siemens Building Technologies entwickelte ein Studenten-Team einen Energie-Zähler mit einem attraktiven Anreizsystem, um das Stromsparen in privaten Haushalten zu erleichtern.
Bei den vorgestellten Beispielen kommt es meiner Meinung nach vor allem auf die Kombination zweier Themen aus dem Bereich der Mensch-Technik-Interaktion an: Informationsvisualisierung und Persuasive Computing (Captology). Während es bereits detailliertes Wissen und viele Erfahrungen zur Visualisierung von Information gibt, das direkt genutzt werden, stellen sich Herausforderungen vor allem im Bereich des „Überzeugenden“ Einsatzes von Informationstechnologie. Die Frage ist hier, wie die Interaktion so gestaltet werden kann, dass der Nutzer sein Verhalten (in diesem Fall das Energiekonsumverhalten) in positiver Weise verändert. Vor allem im Bereich der Unterstützung „Gesunden“ Verhaltens durch den Einsatz von Technologie (z.B. SMS auf Mobiltelefenen) gibt es schon vielversprechende Erfahrungen. Durch eine erfolgreiche Kombination von neuem und bestehendem Wissen kann die Gestaltung interaktiver Systeme so auch gesellschaftliche Veränderungen mitgestalten.
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