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16.12.08

Simplicity

Der Autor des Buches "The Design of Everyday Things, Don Norman, trifft es auf den Punkt: „Die Welt ist komplex und dementsprechend müssen es die Aktivitäten sein, die wir durchführen. [...] Der Sinn von nutzerzentriertem Design besteht in der Bändigung von Komplexität und darin eigentlich kompliziert erscheinende Werkzeuge (Tools) in solche zu wandeln, die der Aufgabe entsprechen und dabei verständlich, brauchbar und angenehm sind.“

Simplicity (auf Deutsch: Einfachheit) ist ein mächtiges Konzept zur Gestaltung komplexer und gleichzeitig benutzungsfreundlicher Softwarelösungen. Einfachheit in der Interaktion mit einem Softwaresystem bildet eine Grundlage für gute Usability und ist somit Basis einer angenehmen User Experience. Letztere wiederum ist ein entscheidender Schlüssel für erfolgreiche Produkte. Der Entwurf erfolgreicher Betriebssysteme, Enterprise Software und Webapplikationen erfolgt dabei nach einem einfachen Prinzip: „Das Offensichtliche entfernen und das Wesentliche Hinzufügen“.

Einfachheit zu schaffen kann jedoch durchaus ein komplexer Prozess sein, der die Einbeziehung verschiedenster Akteure verlangt. Im Zuge der Produktentwicklung identifizieren User Researcher und Interaction Designer von D-LABS in Zusammenarbeit mit Endanwendern Systemfunktionalitäten, die nie oder nur selten genutzt werden oder gar hinderlich zur eigentlichen Zielerreichung sind. Diese Funktionalitäten können getrost entfernt werden. Ebenso können z.B. grafische Elemente mit rein dekorativem Charakter oder lange Texte ohne konkreten Nutzen gestrichen werden. Durch die Konzentration auf das Wesentliche bleibt dem Entwicklungsteam (inklusive Prototype Development) dann mehr Zeit für die sorgfältige Ausarbeitung und Umsetzung relevanter Systemaspekte. Dies ermöglicht dann eine intensivere Auseinandersetzung mit einem klar umrissenen Set an Designproblemen, bei denen unter Umständen Gesichtspunkte auffallen, die zuvor gar nicht berücksichtigt wurden. Diese werden hinzugefügt, wenn sie aus Sicht der Endanwender wesentlich sind.

Ziel ist somit nicht, Systeme mit möglichst vielen Features, Gimmicks und Effekten zu bieten, sondern nur die für den Endanwender im Nutzungskontext relevanten Elemente bereitzustellen. Es geht um die Balance zwischen „Wie einfach kann das System gestaltet sein?“ und „Wie komplex muss es sein, damit es die Bedürfnisse eines Anwenders erfüllt, dessen Aufgaben unterstützt und ihm seine Zielerreichung ermöglicht?“.

Wird dieses Gleichgewicht getroffen, kann gesagt werden: „Simplicity Works!“

Kategorie: Interaction Design, Design Forschung, Usability